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Erinnerungen an die Heimat


Ein zäher Kampf für die Liebe

UrlaubssouvenirsDieser Aschenbecher begleitete Nicola Antonio Gabriele 1957 nach Deutschland. Der gelernte Schuster kam als Gastarbeiter nach Bayern. Zunächst fing er in der Zisterzienserinnenabtei Oberschönenfeld als Landarbeiter an. Dort hielt er es jedoch nur wenige Tage aus. Er zog weiter nach Bobingen, wo er als Knecht auf einem Bauernhof Arbeit fand. Den Entschluss, aus dem sonnigen Süden ins kühle Schwaben zu ziehen, sollte Toni, wie ihn bald jeder am Ort nannte, nicht bereuen. Er lernte auf dem Bauernhof seine spätere Frau kennen. Zunächst stellten sich die Schwiegereltern quer – eine Verbindung mit einem Italiener wollten sie für ihre Tochter nicht in Betracht ziehen. Doch Toni blieb hartnäckig und nahm die Schwiegereltern schließlich so für sich ein, dass sie nicht nur der Hochzeit zustimmten, sondern bis zu ihrem Tod auf engstem Raum in einer Wohnung mit Tochter, Schwiegersohn und Enkelin lebten.

Erster Italiener im Betriebsrat

UrlaubssouvenirsIm Jahr 1960 nahm Toni Gabriele bei dem Bobinger Textilunternehmen Trevira eine Arbeit an. Er war einer der ersten Italiener, die es in den Betriebsrat schafften. Während der Sommermonate ging es jedes Jahr für vier Wochen nach Mafalda, Tonis zwischen Pescara und Foggia gelegenem italienischen Heimatort. Die 1057 Kilometer legte die Familie von Anfang an im Auto zurück. „Es war immer ein deutsches Auto, von den italienischen hielt er nicht viel“, erinnert sich Tochter Renata Rupprich an ihren Vater. Von einem dieser Urlaube brachten sie diesen Plattenspieler mit. Wenn italienische Schlager liefen, schwelgte Toni in Erinnerungen an seine erste Heimat.